ACM bestätigt: Freie Endgerätewahl bewährt sich in der Praxis – Sicherheitsbedenken unbegründet

01.09.2026 – Die niederländische Regulierungsbehörde Autoriteit Consument & Markt (ACM) zieht in ihrem zehnten Jahresbericht zur Netzneutralität eine positive Bilanz zur freien Endgerätewahl. Die bestehenden Regeln funktionieren nach Einschätzung der Behörde gut und müssen nicht angepasst werden. Die bei Einführung der freien Endgerätewahl von einigen Internetanbietern erwarteten Sicherheitsrisiken sind in der Praxis nicht eingetreten.

Der ACM-Jahresbericht zur Netzneutralität 2025–2026 umfasst den Zeitraum vom 1. Mai 2025 bis zum 30. April 2026. Neben der Einhaltung der europäischen Open-Internet-Verordnung überwacht die ACM in den Niederlanden auch die freie Wahl von Telekommunikationsendgeräten wie Router.

Endgerätefreiheit besteht den Praxistest

Im Mittelpunkt des Berichts steht unter anderem die Evaluierung der ACM-Leitlinie zur Durchsetzung der niederländischen Endgerätevorschriften. Die Leitlinie erläutert, wo sich der Netzabschlusspunkt befindet und welche technischen Informationen Telekommunikationsanbieter für Endnutzer und Endgerätehersteller veröffentlichen müssen.

Nach Auswertung ihrer Aufsichts- und Vollzugserfahrungen kommt die ACM zu einem klaren Ergebnis: Die geltenden Regeln sind vollständig, praxistauglich und für eine wirksame Durchsetzung geeignet. Eine Anpassung sei nicht erforderlich. Die Nutzung der freien Routerwahl will die Behörde weiterhin jährlich über ihren Telekommunikationsmonitor erfassen.

Die von einigen Internetanbietern erwarteten Sicherheitsrisiken der freien Endgerätewahl haben sich nicht verwirklicht. Damit liefert die ACM einen wichtigen empirischen Beitrag zur Diskussion über die Vereinbarkeit von Endgerätefreiheit und Netzsicherheit.

ACM setzt weiter auf ein offenes Internet und freie Endgerätewahl

Für den Zeitraum von Juni 2026 bis Mai 2027 kündigt die ACM an, sich sowohl national als auch innerhalb von BEREC weiterhin für ein offenes Internet und die freie Wahl von Endgeräten einzusetzen. Neue technische Entwicklungen und Sicherheitsangebote sollen im Dialog mit Marktteilnehmern auf ihre Vereinbarkeit mit diesen Grundsätzen geprüft werden.

Aus Sicht des VTKE ist der Bericht ein klares Signal für den Erhalt und die konsequente Durchsetzung der Endgerätefreiheit. Ein passiv definierter Netzabschlusspunkt sowie die Veröffentlichung aller erforderlichen technischen Zugangsinformationen schaffen einen fairen Marktzugang für alle Hersteller. Nur wenn Verbraucherinnen und Verbraucher Router nach ihren individuellen Anforderungen an Sicherheit, Leistungsfähigkeit, Funktionsumfang und Preis auswählen können, entsteht echter Wettbewerb. Dieser Wettbewerb fördert Innovation, Produktvielfalt und die Entwicklung sicherer und leistungsfähiger Endgeräte.